Dungeon Souls angespielt

Dungeon Souls angespielt
Dungeons. Was tut man mit ihnen? Reingehen, kämpfen, Monster töten, viel Gold einsacken und am Ende eine Prinzessin retten oder das Ende der Welt abwehren. Und oft auf dem Weg dahin sterben. Dungeon Souls fängt genau da an: Tot liegt der Recke auf dem Boden und wartet darauf, dass der Spieler ihn wiederbelebt, um dann zu kämpfen, Monster zu töten und viel Gold einzusacken. Ich habe Dungeon Souls angespielt und habe gelernt: Der Kreislauf von Wiedergeburt und Sterben kann Spaß machen.

Dungeon Souls ist ein Rogue-Like. Das heißt: zufallsgenerierte Level, haufenweise Monster, und sterben bedeutet Neuanfang. Als eine von bisher 7 Klassen – u. a. Barbar, Magier, Bogenschütze und Nekromant – kämpft man sich durch allerlei Monstergehacktes. Die Klassen teilen sich in Fernkämpfer und Nahkämpfer auf. Nahkämpfer haben mehr Lebenspunkte und machen größeren Schaden, Fernkämpfer freuen sich über größeren Abstand zum Feind.  Jede der Klassen verfügt über einen primären Angriff und zwei Spezialfertigkeiten, wobei die Spezialfertigkeiten von Flächenangriffen über massiv erhöhte Angriffsgeschwindigkeit und Mehrfachangriff bis hin zu Heilung, Teleportation und Unsichtbarkeit reichen.

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Mit der Spezialfertigkeit „Holy Gate“ kann der Kleriker sein Geschoss vervielfältigen und richtet an mehr Skeletten Schaden an.

Einfach klasse, diese Klasse

Die Klassen unterscheiden sich durch ihre Spezialfähigkeiten und unterschiedlichen Werte (Lebenspunkte, Rüstung etc.) teils deutlich, wobei sie vom Entwickler Mike Studios derzeit ausbalanciert werden. So empfand ich die Fernkämpfer anfangs den Nahkämpfern als deutlich überlegen, da sie viel weniger in Berührung mit den Gegnern kommen, die manchmal immensen Schaden verursachen. Mit dem letzten Patch wurde aber offenbar einiges geändert, denn plötzlich ging der Barbar sehr viel einfacher von der Hand als der Magier und der Bogenschütze.

Generell ist das Balancing noch ein Problem. Für mich ist das Spiel selbst auf „Easy“ noch zu schwer (auch wenn ich ohnehin nicht unbedingt als begnadeter Rogue-Like-Spieler bekannt bin) und teilweise echt ungerecht. Wenn der zweite Endgegner sich ganz entspann besiegen lässt, ist es frustrierend, wenn der dritte mich sofort verlangsamt, um mich dann mit einem einzigen Uber-Angriff, gegen den ich nichts ausrichten kann, zu vernichten. Selbst mit dem letzten Patch, der die Abstufungen zwischen den Schwierigkeitsstufen kräftig verstärkt hat, kommt es immer wieder vor, dass ich mit einem Drittel meiner Energie nur kurz ungünstig stehe und auf einmal tot bin. Auf „Easy“. Aber der Entwickler scheint regelmäßig Updates zu veröffentlichen und diese Probleme anzugehen. Und nachdem diverse Spieler auf Steam auch in „Normal“ in die höheren Gebiete eindringen, könnte ich vielleicht auch einfach noch nicht würdig sein 😀

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Der Redeemer. Kein sonderlich freundlicher Zeitgenosse. Manchmal steht er einem auch im Weg und versperrt den Ausgang.

Was nehmen wir mit?

Was bietet Dungeon Souls sonst noch? Es gibt bisher über 50 Gegenstände, die passive Boni mit sich bringen (mehr Schaden, mehr Rüstung etc.) oder um den Spieler herumkreisen und Gegner angreifen, Schüsse abfangen und so weiter. Man rüstet sie nicht selbst aus, sondern sie wirken, sobald man sie im Inventar hat. Diese Gegenstände finden sich in Truhen (normale, silberne und goldene – für die letzten beiden braucht man entsprechende Schlüssel) oder man kann sie gegen Geld, das die Monster in Form von Edelsteinen & Co. fallen lassen, kaufen. Weiterhin gibt es 2 Arten von Tränken: Simple Heiltränke und Tränke, die besondere Boni geben – aber die ich nicht wirklich für benutzenswert finde, da sie eine 50-50-Chance haben, dass etwas Positives oder etwas Negatives geschieht. Und das Negative ist meist schlechter als das Positive: 10 Sekunden lang im Berserkermodus mehr Schaden auszuteilen ist die Gefahr nicht wert, dauerhaft den Schaden um 1 verringert zu bekommen. Ich denke aber, dass die Tränke noch stark überarbeitet werden dürften.

Die wenigen RPG-Elemente beschränken sich im Moment darauf, die 3 Angriffsarten und den Heiltrank upgraden zu können. Vor dem letzten Patch konnte man stattdessen die Attribute (Schaden, Panzerung usw.) erhöhen. Diese Attribute sind allerdings jetzt umgestaltet und durch neue ergänzt worden, weshalb sie wohl erst in einem der nächsten Patches wieder upgradebar sein werden – hoffentlich.

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Dieser tote Nekromant wird gleich im einfachen Schwierigkeitsgrad sein Glück probieren. Spoiler: Nur kurze Zeit später wird er wieder genau so da liegen.

 

Wo geht’s raus?

Die Levels sind, wie schon erwähnt, zufallsgeneriert, aber meist recht übersichtlich und ohne großartige Überraschungen oder Besonderheiten jenseits zufälliger Anordnung. Immer geht es darum, 5–6 Symbole zu aktivieren, wodurch die Tür zum nächsten Level aufgeht. Wer dann noch zu lange wartet, darf dem Redeemer Hallo sagen. Der Redeemer ist die Dungeon Souls-Version vom Geist in Spelunky. Allerdings funktioniert er ein wenig anders, denn er entzieht dem Spieler schon auf Entfernung Energie.

Jeder dritte Level ist einen Bosskampf und beendet ein Gebiet. Diese Gebiete sind – soweit ich gekommen bin, bis zum 4. Endgegner; ja, das ist wenig, doch ich schäme mich nicht, ich stehe dazu! – grafisch durchaus abwechslungsreich. Von Kerker über Kanalisation bis hin zu Schloss und einer Eislandschaft waren alle vier Gebietsarten, die ich bisher gesehen habe, vertreten. Ebenso abwechslungsreich ist die Gegnerschaft, mit Fledermäusen, Bogenschätzen, schießenden Pflanzen, Dämonen und so weiter. Die Pixelgrafik bringt diese unterschiedlichen Gebiete gut rüber, auch die Effekt sind recht gut gemacht, auch wenn sie unter die Kategorie „Basic“ fallen. Allerdings verlor ich öfters den Überblick, vor allem weil viele Dinge wie Beute,  Schüsse und Explosionen leuchten und dabei der Mauszeiger, Monster und meine Spielfigur überdeckt wird.

Die Steuerung ist gut. Und wurde (wie vieles andere ebenfalls) im letzten Patch verbessert. Mit der Maus zielt man, linke Maustaste ist Primärangriff, Q ist der eine, E der andere Sekundärangriff, WASD zum Bewegen und mit F wirft man sich einen Heiltrank ein. Das Ganze läuft sehr flüssig von der Hand und hat mir bisher keine Probleme gemacht.

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Der erste Endgegner, der Skeleton King, ist noch recht einfach. Was nicht heißt, dass man nicht schnell den Löffel wieder zurückgeben kann.

Fazit

Dungeon Souls macht auf mich bisher einen sehr guten Eindruck. Das Spiel ist gerade in den Early Access gestartet und ist technisch schon nahezu einwandfrei, zumindest bin ich bisher nur einem Bug begegnet. Besonders positiv: Der Entwickler scheint sich nicht nur richtig reinzuhängen, sondern er will das Feedback der Community und implementiert viele Vorschläge und verbessert sehr gut diverse Schwachstellen. Wenn Mike Studios dieses Engagement durchhält, dann dürfte Dungeon Souls nicht nur recht bald fertig werden, sondern vor allem ein richtig rundes Spiel werden. Es fehlt halt noch Content (RPG-Elemente und Gegenstände) und das Balancing ist noch nicht optimiert. Aber wenn es so weiter geht, könnte Dungeon Souls ein hervorrangedes Rogue-Like werden.

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Beim Händler kann man gemütlich Gegenstände kaufen. Oder könnte man, wenn nicht ständig Gegner spawnen würden.

 

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